Im Gespräch mit Dominique Winter – neuem Vorstandsmitglied des UIG e.V.

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17. September 2025

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UIG e.V. Interview mit Dominique Winter für Nutzerfreundlichkeit und digitales Know-how.

Im Januar 2025 haben wir einen neuen Vorstand gewählt. Heute haben wir mit Dominique Winter gesprochen, der neu im Vorstand ist und in den nächsten drei Jahren die strategische Ausrichtung des Vereins mitgestalten gestalten wird. Wir haben in unserem Gespräch mit ihm über seine Motivation und seine Ziele gesprochen.

UIG: Lieber Dominique, Du wurdest im Januar 2025 als einer von drei Experten neu in den Vorstand des UIG gewählt. Was hat Dich dazu motiviert diese Aufgabe zu übernehmen?

Dominique: Ich bin überzeugt davon, dass die nutzerzentrierte Gestaltung digitaler Produkte ein entscheidender Faktor ist, um Organisationen erfolgreich und nachhaltig zu machen. Der UIG bietet eine einzigartige Plattform, um Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre Produkte nicht nur funktional, sondern auch erlebbar und wertvoll für Nutzer zu gestalten. Meine Motivation liegt darin, meine Expertise und Erfahrung einzubringen, um den Verein und seine Mitglieder auf diesem Weg zu begleiten und die Bedeutung von User Experience in Wirtschaft und Gesellschaft zu stärken.

UIG: Erzähl uns doch ein bisschen über deinen beruflichen Hintergrund im Bereich der Nutzerzentrierten Entwicklung von digitalen Produkten. Welche Erfahrungen haben Dich besonders geprägt in den letzten Jahren?

Dominique: In den letzten 15 Jahren habe ich in verschiedenen Rollen in der digitalen Produktentwicklung gearbeitet – als Product Owner, Product Manager, Product Lead und heute als Product Coach. Mein Fokus lag dabei stets auf der Verbindung von Nutzerbedürfnissen mit geschäftlichen Zielen, um Produkte zu schaffen, die nachhaltig wirken. Besonders geprägt hat mich die Zusammenarbeit mit interdisziplinären Teams, von Start-ups bis hin zu großen Konzernen, sowie meine Arbeit als Berater für Organisationsentwicklung und User Experience. Dabei habe ich immer wieder erlebt, wie wichtig es ist, UX-Kompetenzen nicht nur in Teams, sondern auf Organisationsebene zu verankern.

UIG: Der UIG hat sich zum Ziel gesetzt Unternehmen dabei zu unterstützen, digitale Produkte und Service nutzerzentriert zu gestalten. Gibt es bestimmte Herausforderungen in der digitalen Produktentwicklung, die Du beobachtest?

Dominique: Ja, eine der größten Herausforderungen ist die fehlende Verankerung der Nutzerzentrierung in der Organisationskultur. Oft wird UX als nachgelagerte Aktivität betrachtet, statt von Beginn an strategisch integriert zu werden. Dazu kommen Einschränkungen durch Silodenken, mangelnden Zugang zu Nutzern, unzureichende Methodenkompetenz und die Fokussierung auf kurzfristige Ergebnisse statt auf langfristige Werte.

UIG: Welche konkreten Empfehlungen würdest Du Unternehmen geben, um die von Dir genannten Herausforderungen erfolgreich zu meistern?

Dominique: Um die Herausforderungen erfolgreich zu meistern, empfehle ich Unternehmen, die Nutzerzentrierung als strategisches Ziel in ihrer Organisation zu verankern. Dies beginnt damit, UX nicht als rein operative oder nachgelagerte Aufgabe zu sehen, sondern als zentralen Bestandteil der Unternehmensstrategie. Teams sollten befähigt werden, eigenständig und iterativ zu arbeiten, indem sie die nötigen Ressourcen, Zeit und den direkten Zugang zu Nutzern erhalten. Kontinuierliches Feedback von Nutzern ist absolut notwendig, um Produkte zu entwickeln, die sowohl wertvoll als auch nutzbar sind.

Darüber hinaus ist es für die meisten Organisationen, die ich kenne, wichtig, die Methodenkompetenz in den Bereichen User Research, Prototyping und Testing zu fördern. Dies kann durch gezielte Schulungsmaßnahmen und den Austausch von Best Practices erreicht werden. Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Förderung einer Kultur, die Erfolge der Nutzerzentrierung sichtbar macht. Storytelling und die Kommunikation von positiven Ergebnissen helfen dabei, den Nutzen dieser Ansätze sowohl intern als auch extern zu verdeutlichen. Nur durch eine solche ganzheitliche Integration können Unternehmen die Vorteile der Nutzerzentrierung voll ausschöpfen und langfristig erfolgreich sein.

UIG: Was ist Deine persönliche Vision für den Verein? Wo siehst Du den Verein am Ende Deiner Amtszeit in 3 Jahren?

Dominique: Meine Vision ist, dass der UIG in drei Jahren als die zentrale Anlaufstelle für Unternehmen gilt, die ihre Produkte und Services nutzerzentriert gestalten wollen. Der Verein soll nicht nur ein starkes Netzwerk und wertvolle Ressourcen bieten, sondern auch Impulsgeber für neue Methoden und Ansätze in der UX-Community sein. Zudem möchte ich, dass der Verein messbare Erfolge in der Förderung nutzerzentrierter Gestaltung vorweisen kann – sei es durch erfolgreiche Projekte, Publikationen oder praxisorientierte Weiterbildung.

UIG: Und zum Abschluss noch eine Frage: wie würdest Du den Satz vollenden wollen: „Nutzerzentrierte Gestaltung bedeutet für mich….“?

Dominique: …die Lebensrealitäten der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und Produkte zu schaffen, die nicht nur funktionieren, sondern begeistern, nachhaltig wirken und das Leben der Nutzer positiv prägen.

UIG: Vielen Dank lieber Dominique für die Einblicke in Deine Motivation, Deine Erfahrungen und Ansichten. Wir freuen uns auf die vor uns liegende Zeit und Zusammenarbeit mit Dir. 05.02.25

Autor

bwconcept

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