Höheres Wohlbefinden und generative KI? Das Forschungsprojekt MenschKI!

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6. Mai 2026

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Gesundheit & Wohlbefinden

KI

Zwei Menschen arbeiten mit digitalen Geräten, Fokus auf Mensch-KI-Interaktion bei UIG e.V.

KI erhöht nicht nur Produktivität, sondern kann auch das Wohlbefinden steigern. In diesem Rahmen untersucht das MenschKI! Projekt, wie sich der Einsatz generativer KI im Arbeitsalltag auf Produktivität und Wohlbefinden von Mitarbeitenden auswirkt und entwickelt hieraus Transferkonzepte für Unternehmen.

Was hinter MenschKI! steckt

Dieses Projekt wird gefördert durch das KI-Observatorium der Abteilung Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und am Institut für Wirtschaftsinformatik (WIN) des KIT koordiniert. MenschKI! Verfolgt dabei einen konsequent praxisnahen Ansatz: Gemeinsam mit Allianz Kunde und Markt GmbH, EnBW Energie Baden-Württemberg AG und der hsag Heidelberger Service AG werden reale Anwendungsfälle in unterschiedlichen Unternehmensbereichen analysiert. Der UIG e.V. unterstützt das Projekt mit dem Transfer der Forschungsergebnisse in die Gesellschaft und entwickelt dafür verschiedene Formate. Das Projekt läuft über drei Jahre bis Ende 2027.

Fokus: Produktivität und Wohlbefinden

Generative KI ist in vielen Organisationen vom Trendthema zum festen Bestandteil des Arbeitsalltags geworden – etwa für Textentwürfe, Wissensaufbereitung oder Kundenkommunikation. Studien zeigen ein großes Potenzial zur Produktivitätssteigerung, gleichzeitig sind die kurz- und langfristigen Effekte auf das Wohlbefinden von Mitarbeitenden noch wenig verstanden.

MenschKI! setzt genau hier an: Im Zentrum steht das Zusammenspiel von Mensch und Technologie und die Frage, wie KI‑Systeme so gestaltet werden können, dass sie Beschäftigte wirksam unterstützen statt zusätzlich belasten. Dazu gehören sowohl die technische Gestaltung generativer KI‑Lösungen als auch die Lernprozesse, mit denen Mitarbeitende Kompetenzen im Umgang mit diesen Systemen aufbauen

Lernen im Mittelpunkt: informell, situativ, wirksam 

Ein zentrales Ergebnis der bisherigen Forschung im Projekt: Ein Großteil der Fähigkeiten, die Beschäftigte für den Umgang mit KI benötigen, entsteht nicht in klassischen Schulungen, sondern informell im Arbeitsalltag – etwa durch Ausprobieren, Austausch im Team und gezielte Unterstützung im Nutzungskontext.

Daran knüpft MenschKI! an und entwickelt Gestaltungslösungen, die Lernen direkt in die Anwendung integrieren. So werden KI‑basierte Systeme nicht nur als „Assistent“ für Aufgaben verstanden, sondern auch als Lernumgebung, in der Beschäftigte Schritt für Schritt ein besseres Verständnis von Daten, Funktionen und Grenzen der Technologie aufbauen können. 

Wissen in die Praxis bringen

Der UIG e.V. ist als gemeinnütziger Projektpartner Teil des MenschKI!‑Konsortiums und bringt die Perspektive nutzerfreundlicher, menschenzentrierter Digitalisierung ein. Unsere Aufgabe: die wissenschaftlichen Ergebnisse aus MenschKI! so aufzubereiten, dass Unternehmen, Führungskräfte und Mitarbeitende sie konkret in ihrem Alltag nutzen können.

Während das Forschungsteam am KIT neue Konzepte, Prototypen und Studien erarbeitet, entwickelt der UIG darauf aufbauend Formate, Leitfäden und Transferangebote – mit einem klaren Fokus auf praktische Anwendbarkeit und Erfahrungen aus unserem Netzwerk nutzerfreundlicher Organisationen.

Halbzeit im Projekt: Wo wir stehen

MenschKI! befindet sich aktuell in der Halbzeit der dreijährigen Projektlaufzeit – ein guter Zeitpunkt, um erste Ergebnisse zu bündeln und den Wissenstransfer systematisch aufzusetzen. Die bisherigen Studien liefern wertvolle Einblicke zur Nutzung generativer KI in unterschiedlichen Kontexten und welche Faktoren dafür ausschlaggebend sind, dass sie als Unterstützung und nicht als zusätzliche Belastung wahrgenommen wird.

Entscheidend ist nicht nur, dass generative KI genutzt wird, sondern wie. Unter „reflektierter Nutzung“ verstehen wir eine bewusste, kritisch prüfende Nutzung von generativer KI über den gesamten Interaktionsprozess hinweg – von der Entscheidung, ob das System für eine Aufgabe geeignet ist, über das Hinterfragen und Anpassen der Ausgaben bis hin zur Bewertung der Ergebnisse für zukünftige Nutzungen. Diese reflektierte Haltung stärkt erfahrungsbasiertes Wissen im Umgang mit generativer KI und unterstützt Grundbedürfnisse wie Autonomie und Kompetenz – eine wichtige Basis für verantwortungsvolle Entscheidungen im Arbeitsalltag.

Mit Prototypen wie dem LLM‑basierten Datenassistenten und Talk2BI liegen bereits greifbare Lösungen vor, die zeigen, wie integrierte Lernunterstützung und menschenzentrierte Gestaltung in der Praxis aussehen können. Auf dieser Basis startet nun die nächste Phase: Aus Forschungsergebnissen werden skalierbare Lern- und Transferangebote entwickelt.  

Transferkonzept: Erproben, anpassen, ausrollen

Im nächsten Schritt wird das Transferkonzept detailliert ausgearbeitet und in den Partnerunternehmen erprobt. Auf Basis von Feedback aus der Praxis werden Inhalte, Formate und didaktische Ansätze iterativ angepasst, sodass sie zu unterschiedlichen Arbeitskontexten, Vorerfahrungen und Unternehmenskulturen passen.

Für den UIG e.V. ist diese Phase besonders wichtig: Hier entscheidet sich, ob aus „Forschungsergebnissen“ tatsächlich wirksame Werkzeuge für den Alltag werden. Unser Ziel ist, gemeinsam mit den Projektpartnern ein Angebot zu schaffen, das Mitarbeitende befähigt, generative KI kompetent, kritisch und selbstwirksam zu nutzen – und damit sowohl Produktivität als auch Wohlbefinden nachhaltig zu stärken.

Wenn Ihr neugierig seid, wie es mit MenschKI! weitergeht und welche Lernangebote rund um generative KI entstehen, haltet unseren Blog im Blick – wir berichten über die nächsten Meilensteine und Einblicke aus der Pilotierung.

Maria Rothvoss Buchheimer

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